Wenn du wirklich verstehen willst, wie von Hardcore über Independent alles wurde, was es heute ist, möchte ich vor allem dieses nette Hardcore-Grundsatzbuchvon knapp 150 seiten empfehlen. Da steht genau das drin, was es in Visions nie zu lesen gibt, weil man sich dort schlicht für "sowas" nicht interessiert (und auch 10 jahre später noch ziemlich kopflos dem Mysterium Seattle hinterher stolpert).
Und massenweise Innenansichten gibt es im OX-Buch.
Ansonsten brachte ein kurzer Besuch im brasilianischen Regenwald ;-) spontan einige Literatur fürs "Selbststudium" zutage:
Auf der anderen Seite des Teichs sind die Leute offensichtlich in der Verarbeitung der Geschichte von Hardcore und Independent einen Schritt weiter, wie sich an der Zahl der Schriften sehen lässt (somit alles Folgende wohl auf englisch, soweit ich das erkennen kann).
Henry Rollins- Get in the van
Wie gesagt: Tour-Tagebuch von Black Flag- der weirdo lässt dich den Alltag einer Hardcore-Band in den frühen 80ern live mit erleben und liefert auch genügend tiefere Einsichten mit. Unterhaltsam und schlicht großartig.
Michael Azerrad- Our band could be your life: Scenes from the american
indie underground 1981-1991
Rolling Stone-Schreiber und Autor einer brauchbaren Nirvana-Bio
Matthias Mader- New york city hardcore: The way it was
Beth Lahickey- All ages: Reflections on straight edge
(auch eine Bewegung, die hier nicht vergessen werden soll: Wenn du Infos dazu hast- gib Schub! ;-)
Steve Blush- American hardcore: A tribal history
Hier mehr Literarisches
Moses Arndt: Chaostage
Hier spricht also der Zap-Chef höchstselbst: Der Kollege versucht in
kantiger Prosa, die Geschehnisse dieser Veranstaltung aus den 80ern wieder
zu geben (das auf deutsch natürlich)
Lee Hollis, Anne Ullrich- Got to land somewhere: Punk and hardcore
live shots
Anne Ullrich hat den Wahnsinn lange für verschiedene Magazine abgelichtet
und die Kommentare kommen vom alten Lee von Spermbirds/2Bad/Steakknife, der auch selbst schreibend unterwegs ist und das Ganze noch mit eigenen Stories
bereichern kann, deswegen gleich noch:
Lee Hollis- Driving in a dead man's car
(Falls das noch irgendwo erhältlich ist?) Innenansichten eines Rrontmanns, der den deutschen Hardcore in mehreren Bands mit geprägt hat- da bleibt kein Auge trocken...