Akufen

My Way



Ja, diese Akufen ist wirklich anders- Marc Leclair, der bislang für die nicht nur geographische Nähe zu Detroit bekannt war, hat sich nach eigener Aussage abseits aller Technik eine echte Auszeit im kanadischen Dschungel genommen und eine Weile nur von dem gelebt, was das Radio bereit hielt. Angeblich ist das alles zunächst früh-analog zusammengeschnipselt. Ich glaube das auch mal. Wenn doch alle so schnipseln könnten...
Auf diese Weise gelingt Akufen ein schöner Beweis, dass ein Mensch mit offenen Ohren keine Ralleye um die entlegendsten Scheiben/Samples nötig hat.
Passend zur vorgefundenen Umgebung atmet My Way dann auch eine gewisse entrückte Urlaubsstimmung- der massive Bounce bleibt also draußen, wenngleich für Ambient auch wieder zu viel Beat drin ist. So strahlt My Way eine heitere Beschwingtheit ab, du spürst bei jedem Ton, wie er die Loslösung vom alten Korsett genossen hat (was ja nicht heißt, dass er das jetzt auf den Müll werfen würde). Akufen bringt hier ein irgendwie doch sehr verschmitztes Ding aus funkigen/housigen Beats und sehr atmosphärischen Sounds. Natürlich lässt er es sich nicht nehmen, den Cocktail hie und da nach bewährter Manier in eckige Pixel zu zerhacken, was lustige Stolpereien nach sich zieht. "Akufen steht Pop recht fern und doch näher dran, als man glauben möchte" schreibt die Spex (05/02). Das stimmt.
Dies klingt keineswegs, als ob Akufen hier (für ihn) völliges Neuland betreten hätte- alles kommt sehr flüssig (eine runde Sache, wie man so sagt) und ist von Wärme und Freundlichkeit geprägt. Für mich eine große Sache, aber ob nun genial oder richtungsweisend sein/werden kann, überlass ich anderen zu diskutieren ;-)
Bzw.: Wie die Zeit etwas später gezeigt hat, ist My Way wohl als entspanntes Spätwerk eines Familienvaters einzuordnen, der inzwischen auch noch ein paar andere Sachen zu tun hat, als mit straighter Mission unendliche Sound-Weiten zu erforschen.
Anderer Meinung?