Pop?
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Nicht ganz wenige halten
Pop für ein zu Tode vermarktetes und bis zum bitteren Ende akademisch durchdiskutiertes Phänomen, auf das sie lieber keine Gedanken verschwenden. Erstaunlich nur, dass dieses längst beerdigt geglaubte Thema ständig wieder auf der Agenda herumgeistert. Letztes Jahr trieb ein gewisser Poschardt sein
mediales Unwesen mit
Pop, dann feierte die
Spex (deren Herausgeber bekanntlich einst den "Pop-Diskurs" erfanden) erst Umzug und dann 25. Geburtstag, dieses Jahr wird im Süden die
Abwickelung des Zündfunks debattiert und falls zwischendurch keine seltsamen Wikipedia-Artikel zur Heiterkeit beitragen, befindet sich zumindest ein Album einer Band in der PR-Maschine, die vor kurzem noch unter
"Diskurs"-Pop/Rock abgeheftet wurde.
Auf der Suche nach Gründen für den Spuk stellt sich recht schnell heraus, dass auch nach einem halben Jahrhundert
Pop-Geschichte faszinierend wenig geklärt ist über Funktion und Wirkungsweisen von
Pop, dem vielleicht zentralen Aspekt des planetaren Alltags im 21. Jahrhundert. Größtenteils fehlen sogar simple Definitionen: Selbst die gängige Übersetzung von
Pop (=populär) entpuppt sich bei näherem Hinsehen als falsch. In Zeiten, wo auch Neocons
Pop verstehen und benutzen, scheinen sich auch die letzten Reste dessen, was ehedem zumindest als Minimalkonsens durchgehen konnte, endgültig zu verflüchtigen. 40 Jahre nach dem Aufbruch der
Pop-Kultur scheint es weniger Klarheit zu geben als je zuvor.
Angesichts mehrdimensional geschraubter Verwirrungen habe ich mich mal ins
Trümmerfeld alter Diskurse aufgemacht, um vielleicht noch ein paar Fundamente freizulegen...