Arch Enemy

Anthems of Rebellion


Doch, Arch Enemy machen das recht überzeugend: Wenn man(n) die harte Truppe geben will, muss man sich auch trauen, mal das (Speed-)Maschinengewehr auszupacken (und keine Opern trällern ;-) Und aufs Gas treten die Feinde des Bogens auch recht unverblümt. Leider folgt als zweites gleich die traditionelle Gitarren-Gniedel-Orgie des Axtkämpfers, aber das bringt glücklicherweise nicht zu weit vom Kurs ab: Hier ist durchaus das drin, was draufsteht- Anthems of Rebellion ist als Soundtrack zur selbigen durchaus brauchbar ;-)

Das besondere an Arch Enemy ist deren Glück, eine absolute Power-Frau als Stimme gewonnen zu haben, die obendrein nicht das Klischee bedienen muss, dass Frauen für das Harmonisch-Melodische zuständig zu sein hätten. Die Dame macht Druck, wie es in dieser Sportart kaum eine Zweite vor ihr tat. Schon erstaunlich: Solchen Sicko-Psycho-Gesang habe ich seit den seligen Accused nicht mehr vernommen (hab leider den namen des Brüllers nicht parat)- wer sie nicht kennt: Seinerzeit waren diese Seattlelites diejenigen, die es schafften dem dortigen Rock-Motor den Turbo aufzusetzen. Grinning like an Undertaker ist für mich ein recht zeitloses Meisterwerk, an dem auch heute noch zu hören ist, wie ein Dampfhammer ohne Pathos klingen kann.
Womit wir wieder bei Arch Enemy wären. Orchestrales Pathos ist natürlich präsent, weil aber ein drehfreudiges Getriebe drunter liegt, geht das ganze sehr ok mit mir.

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